Ein paar abschließende Worte!

 

Auch, wenn hier durch meine ganzen Ausführungen vielleicht der Eindruck entstanden ist, dass ich prinzipiell gegen jede alternative Fütterungsmethodik  bin, ist dies eigentlich rein gar nicht der Fall.

 

Ich habe überhaupt nichts gegen neue Strömungen und Erkenntnisse bei der Ernährung, im Gegenteil, ich finde sie sehr wichtig, um sich mit seiner eigenen Ernährungsweise zu beschäftigen und sie zu überdenken. Sehr oft verfällt man ansonsten in einen Trott, ohne ihn zu hinterfragen und begeht damit Fehler.

 

Ich würde auch niemals einen ad. Lib. Befürworter vom Gegenteil überzeugen wollen. Viele Wege führen nach Rom!

 

Deswegen bin ich immer froh über frischen Wind, wenn – und jetzt kommt das dicke WENN – er in einem vernünftigen Rahmen vorgetragen wird. Die Art und Weise, wie jetzt teilweise von den Vertretern mancher Theorien argumentiert wird, kann ich so nicht mehr gut heißen. Es wird auf einer persönlichen Schiene gearbeitet, die teilweise unter jeder Kritik ist. Und das mit einer Lautstärke und einer Bestimmtheit, die für mich nur die Vermutung zulässt, dass dahinter nur das Konzept steckt: „der, der am lautesten schreit, wird am meisten beachtet“.

 

Wie ich versucht habe darzulegen, stehen die Vertreter aller dieser Theorien auch auf äußerst wackligen Beinen und nur, weil sie etwas mit übertriebener Bestimmtheit behaupten und andere einfach als uninformiert bezeichnen – sind sie oftmals genauso „Nachbeter“, die um nichts besser informiert sind.

 

Langjährige Halter übernehmen nun mal nicht alles „ungefragt“, sind „Ernährungslistenfanatiker“ und „denken zu wenig“ – wie ihr vielleicht gesehen habt, machen wir uns sehr, sehr viele Gedanken und es gibt einen GRUND, warum wir unsere Fütterungsmethodik gewählt haben und dabei bleiben.

 

Alle verunsicherten Halter, die nicht wissen, was jetzt stimmt, sollten zu allererst bedenken, dass neue Theorien von manchen nur vertreten werden, um nicht mit dem „Mainstream“ zu schwimmen, sich von der Masse abzuheben, schlichtweg: um aufzufallen. Leider fehlt es diesen Leuten manchmal an „Wichtigkeit“ in ihrem Leben, sie wollen unbedingt um ihre Meinung gefragt werden. Ich persönlich frage mich, ob es da nicht weitaus geeignetere Bereiche gibt, wo man „wichtig“ sein sollte als die Meerschweinchenhaltung. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung. Oftmals wollen sie auch nur auffallen, um Aufmerksamkeit für Ihre Homepage zu erregen, um dort die Besucherzahlen zu steigern oder auf der dann zum Schluss noch eigene Produkte verkauft werden. Auch bei (Gottseidank äußerst wenigen) Züchtern, die auf ihre (neue) Zucht aufmerksam machen wollen, kann ein solches Verhalten auftreten. Übrigens sind diese ganz leicht zu erkennen, da sie zumeist irgendwelche reißerische Parolen in den Foren posten und sich kurz danach mit den Worten „wenn ihr mehr wissen wollt, besucht meine Homepage“ verabschieden.

 

Nein, das sind nicht die Beweggründe der Masse, die meisten „Aufklärer“ sind bemüht um ehrliche Informationsweitergabe zum Wohle der Tiere, die ihnen sehr am Herzen liegen. Aber die oben angeführten Punkte sollten einfach nicht außer Acht gelassen werden. Ist man in diese Richtung etwas sensibler, kann man nämlich bereits als Anfänger der Materie leichter erkennen, wie sehr man sich mit den „Aufklärern“ beschäftigten soll.

 

Bitte überdenkt die Theorien, die Euch unter Berücksichtigung der obigen Gesichtspunkte dann glaubhaft erscheinen – das lege ich Euch ganz dringend ans Herz. Denn alle Theorien haben ihre Berechtigung, wenn sie aus Erfahrungswerten stammen. Wobei man auch nicht gleich alles glauben sollte, nur weil jemand schreibt, dass er „langjährige Meerschweinchenerfahrung“ hat. Manche verstehen darunter eine 6 jährige Haltung von 2 Tieren – da sind die Vergleichswerte einfach nicht so hoch, wie bei solchen Haltern, die auf z.B. 30 Jahre mit z.B. 60 Tieren zurückblicken können.

 

Die Meerschweinchen sind so unterschiedlich wie die Menschen! Was bei einem Meeri funktioniert, funktioniert beim nächsten nunmal nicht. Das macht vielleicht das Thema Ernährung aufs erste nicht unbedingt leichter, aber wenn ihr ganz einfach Eure eigenen Tiere genau beobachtet, bei plötzlich auftretenden Problemen nicht nur die Symptome beim Tierarzt behandelt, sondern auch nach den Ursachen forscht und daraus Eure Schlüsse zieht, vielleicht Veränderungen vornehmt, wo ihr es für richtig haltet, dann habt ihr es schon richtig gemacht. Tja, eigentlich ist es doch ganz einfach: hört auf Eure Tiere und denkt selbstständig!

 

Abschließend nochmals in groben Zügen unsere Fütterung, das könnte eventuell noch von Interesse sein, wobei wir jetzt keinesfalls behaupten, dass diese der Wahrheit letzter Schluss ist. Sie ist nur die Konsequenz unser jahrelangen Erfahrungen!

 

     -) Im Winter:

Heu in Massen, Gemüse rationiert, Grünfutter im Sinne von Kohlrabiblättern, Möhrengrün, frischen Kräutern etc. äußerst rationiert, Zweige, Trockenfutter in Form von Blättern und Blüten, Wasser in Näpfen

-)  Im Sommer:

Heu in Massen, Wiesengrün in Massen (also quasi ad. Lib.^^), Gemüse äußerst rationiert, aber auch das Grünfutter wie oben beschrieben weiterhin äußerst rationiert, Zweige mit Blättern, frische Blüten, Wasser in Näpfen.

 

Zum Ende möchte ich noch anmerken, dass Ihr gerne meine Ausführungen hier als absoluten Unsinn abtun und Gegenargumente finden könnt. Ich habe auch überhaupt nichts dagegen, wenn ihr sie sofort wieder vergesst. Ich sage trotzdem:

 

Danke, dass Ihr mitgelesen und Euch mit meinen Anmerkungen überhaupt beschäftigt habt!!!