TROCKENE HAUT BEI MEERSCHWEINCHEN

Allgemeines:

Ihr werdet Euch jetzt sicherlich wundern, dass wir unter „Krankheiten“ den eigenen Punkt „trockene Haut“ aufgenommen haben. Selbstverständlich ist trockene Haut bei Meeris keine Krankheit, sie kann nur in der Folge zu  unangenehmen Begleiterscheinungen führen, sodass uns dieser Punkt einfach wichtig erscheint.

Unserer Erfahrung nach sind nämlich Tiere mit trockener Haut viel häufiger mit Parasiten- oder Pilzbefall geplagt als die anderen. Dies hängt wohl damit zusammen, dass trockene Haut einfach auch empfindlicher und leichter gereizt ist. Das kann zu einem echten Boomerang werden, sodass man wirklich darauf achten sollte, rechtzeitig trockener Haut entgegenzuwirken.

Unsere Josi als wahrscheinlicher Us-Teddy ist in diesem Punkt unser Sorgenkind. Aber auch der leider schon verstorbene Fabian als Ch-Teddy litt sehr unter trockener Haut.

Erkennungsmerkmale:

  • Schuppige Haut, Schuppen im Fell
  • Aufgekratzte Stellen, da trockene Haut auch stärker juckt und daher die Meeris sich mehr kratzen
  • Das Fell sieht manchmal richtig stumpf und glanzlos, ja irgendwie sogar spröde aus.
  • Teilweise gibt es richtige „Furchen“ im Fell, weil die Tiere aufgrund des Juckreizes dauernd zurückbeißen
  • Lichte Stellen im Fell mit Schuppen
  • Die Haut ist rissig, gereizt und rau, das Fell wirkt struppig
  • Schuppige Ohren

 

Vorsicht: diese Merkmale können auch ein Anzeichen für einen Parasiten- oder Pilzbefall sein! Eine genaue Abklärung der Ursache ist daher dringend erforderlich!!! Trockene Haut kann aber auch genau der Auslöser für häufigen Parasiten- oder Pilzbefall sein. Bitte lasst euch vom Tierarzt daher nicht mit einer Ferndiagnose schon allein anhand der Schuppen und/oder lichten Stellen abspeisen. Denn wenn wirklich nur trockene Haut vorliegt, wäre es bei den starken Milben-/ und Pilzmitteln wie mit Kanonen auf Spatzen schießen. Diese Mittel verschlechtern zusätzlich auch  zumeist noch die Haut, sie wird noch trockener.

Ursachen:

  • Sehr oft kommt trockene Haut bei Tierarten mit dichtem Haarkleid vor. Manchmal ist das Fell so dicht „wie ein Nest“, man kommt nicht zur Haut durch, diese bekommt nicht ausreichend Sauerstoff und beginnt zu schuppen.
  • Leider kommt sie aufgrund der Haarstruktur vermehrt bei folgenden Rassen vor:
  • Ch-Teddy, Us-Teddy, gelegentlich auch Rex (allerdings hatten wir bei dieser Rasse diesbezüglich noch nie Probleme).
  • Nieren- oder Schilddrüsenprobleme
  • Mangel an ungesättigten Fettsäuren
  • Tatsächliche „Austrocknung“ des Tiers durch mangelnde Wasseraufnahme
  • Allergien

 

Maßnahmen:

  • Innerlich: Regelmäßige Gabe von ungeschälten Sonnenblumenkernen oder Leinsamen (=ungesättigte Fettsäuren). Für uns ist das das Mittel erster Wahl.
  • Sulfur D 30: homöopathisches Mittel zur Verbesserung der Haut; dreimal täglich je 3 Globuli

 

  • Äußerlich: hier streiten sich die Geister etwas, ob man äußerlich etwas auf die Haut auftragen soll, oder nicht. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass äußerliche Behandlung der betroffenen Stellen auch zu einer Verbesserung des Hautbilds führt. Dass diese Mittel im Fell von den betroffenen Tieren selbst als unangenehm betrachtet werden, konnten wir nicht feststellen, meistens merkt man auch am nächsten Tag schon nichts mehr von der Anwendung.
  • Als geeignete Mittel zum Einreiben der betroffenen Stellen kommen z.B. in Betracht (bitte selbst durchtesten, womit ihr und eure Tiere am besten zurecht kommt):
  • Ringelblumensalbe(-gel), Olivenöl, Leinöl, Melkfett, Aloe Vera Gel, Brottrunk.
  • Die äußerliche Anwendung von kolloidalem Silber hat sich bei uns als sehr hilfreich herausgestellt, da dieses gleichzeitig (vorbeugend) pilzhemmend ist. Bei den normalen Pilzmitteln hat man zumeist das Problem, dass diese die Haut noch zusätzlich austrocknen, die Haut wieder anfälliger wird und dadurch ein regelmäßiger Kreislauf zwischen trockener Haut und Pilzbefall auftreten kann.
  • Bei der Behandlung mit äußerlichen Mitteln ist immer abzuwägen, ob es sich um ein „cooles“ Schweinchen handelt, das sich nicht viel daraus macht, regelmäßig behandelt zu werden, oder ob es eher ein Angstschweinchen ist, für den jedes Herausnehmen aus der gewohnten Umgebung puren Stress bedeutet. Stress ist ja bekanntlich nicht sehr förderlich für die Gesundheit unserer Lieblinge.
  • Auch ist umstritten, ob Bürsten sinnvoll für die Tiere ist, da dadurch die Erneuerung des Haarkleides angeregt werden soll. Tatsache ist: Bürsten ist gerade für die betroffenen Rassen wie CH-Teddy, Us-Teddy und Rex aufgrund ihrer Haarstruktur sehr, sehr unangenehm. Unsere Tiere hassen das und werden daher auch damit nicht geplagt.

  • Keinesfalls darf man die Tiere bei trockener Haut baden!! Es ist uns unverständlich, warum dies manchmal empfohlen wird. Baden bedeutet Stress für die Tiere, ist gerade schlecht für die Haut und danach ist die Erkältungsgefahr sehr groß!