NOTFALLAPOTHEKE:

 

Es empfiehlt sich, folgende „Erste-Hilfe“ Mittelchen immer daheim zu haben, um rasch reagieren zu können, wenn bei den Meerschweinchen Krankheitssymptome auftreten. Diese Mittel sollen jedoch NUR die Zeit bis zum Tierarztbesuch überbrücken!!


Allgemeine Hilfsmittel:

  • Einwegspritzen: am besten in mehreren Größen, von 1 ml bis 10 ml. Diese gibt es in Apotheken oder online sehr günstig in Großpackungen zu kaufen, dann kann man auch großzügiger damit umgehen (schneller wegwerfen, was auch wegen Bakterien etc. empfehlenswert ist) und für jedes Tier eine eigene verwenden, wenn mehrere Tiere gleichzeitig erkrankt sind. Einwegspritzen sind universal anwendbar als Päppelspritzen, für Medikamenteneingabe etc.
  • Snuggle Safe, Wärmeflasche: für den Transport zum Tierarzt im Winter, damit das Auskühlen der Tiere verhindert werden kann.
  • Wattestäbchen, Watte, Claudenwatte, diese zur Blutstillung (z.B. wenn beim Krallenschneiden mal etwas danebengegangen sein sollte).
  • Päppelfutter: einen kleinen Vorrat an Päppelfutter daheim zu haben ist niemals verkehrt. Es empfiehlt sich z.B. Critical Care, oder auch Hafer- Erbsenflocken, Gläschen mit Babynahrung (z.B. Karotte, Banane)
  • Rotlichtlampe: manchmal legen sich Meerschweinchen gerne freiwillig unter Rotlichtlampen, jedoch sollte man hier aufpassen, dass das Tier jederzeit wieder gehen kann, wenn es von der Bestrahlung genug hat.
  • Küchenwaage: zur regelmäßigen (wöchentlichen) Kontrolle des Körpergewichts der Tiere, denn Krankheiten werden oftmals durch Gewichtsabnahme angezeigt.
  • Auch sehr nützlich, aber nicht unbedingt nötig: Briefwaage: diese ist sehr hilfreich, wenn man Medikamente in Pulverform richtig dosieren will. 

Medikamente, die man für den Notfall daheim haben sollte:

  • SabSimplex/Antiflat/Lefax: Soforthilfe gegen Blähungen. In akuten Fällen als Erstdosis 1 ml Tropfen/Lösung mit 1 ml Wasser mischen, dann weiter jede halbe Stunde 0,3 ml mit 0,3 ml Wasser geben. Dazu kann parallel Novalgin als Schmerzmittel gegeben werden (1 Tropfen). Wichtig!!!! Bitte so schnell als möglich zum Tierarzt. Die Ursache der Blähungen muss unbedingt festgestellt werden.
  • Dysticum: bei wässrigem Durchfall. Eine Messerspitze Dysticum in etwas Wasser einrühren. Vorsicht: bitte NICHT in Joghurt einrühren, wie oftmals empfohlen wird, da Meerschweinchen tierisches Eiweiß im Darm nicht verarbeiten können und man damit die Situation eventuell noch verschlechtert. In akuten Fällen alle 2 Stunden geben. Sollte sich der Durchfall nicht verbessern, sofort zum Tierarzt! Grünfuttergabe einstellen, nur mehr Wasser und Heu anbieten!
  • Bird Bene Bac, Bene Bac, Omniflora N Kapseln (letzteres auch für Menschen): bei leichtem Durchfall und zur Darmregeneration (auch nach Antibiotika Gabe). Dosierungen: Bene Bac Pulver: 1,3 mg pro 1 kg Körpergewicht (= ½ gestrichener Teelöffel), über 1 kg Körpergewicht: 2mg (rund 1 gestrichener Teelöffel) täglich oder (Bird) Bene Bac Tube: ½ bis 1 Tube (0,5 ml – 1ml bzw. mg) auf den Tag verteilt; Omniflora N Kapseln: eine Kapsel vorsichtig öffnen und den Inhalt mit Wasser vermischt über den Tag verteilt dem Tier verabreichen.
  • Bolfo Floh-Spray (oder Puder) oder Frontline Spray (Tierarzt) bzw. Exner Petguard oder Bio Maxan (beide verträglichere Mittel): bei Haarlingen und Pelzmilben. Behandlung: Spray/Puder auf den Händen verteilen (Handschuhe tragen!!!) und möglichst gut in das Fell und die Haut einreiben. Hinweis: VORSICHT, darf nicht in die Augen kommen! Ganz wichtig ist auch, dass man das Meerschweinchen nicht direkt ansprüht, sondern sich abseits den Spray auftragt, damit das Tier nicht die giftigen Dämpfe einatmen kann. Die Behandlung eventuell nach 10 Tagen wiederholen.
  • Umckaloaboa Tropfen (rezeptfrei Apotheke): bei Erkältung als Ersthilfe, dann ab zum Tierarzt. Dosierung: 0,1 ml 3 mal täglich.
  • Euphrasia-Augentropfen: bei Augenverletzungen, tränenden Augen, entzündeten Augen. Mehrmals täglich einen Tropfen in das betroffene Auge. Wird es nicht besser, bzw. hat sich das Tier etwas ins Auge gerannt: Tierarzt aufsuchen.
  • Bepanthen-, Bepanthen Plus: als Wundheilsalbe für kleinere Wunden (Bepanthen Plus ist eine Wundheilsalbe, die zusätzlich desinfizierend wirkt). Dosierung: mehrmals täglich, zumindest aber zweimal, auftragen.
  • Schmerzmittel homöopathisch: Traumeel S Tabletten. Dieses ist insbesondere geeignet für Verletzungen, Verstauchungen, Prellungen, Beschwerden mit dem Bewegungsapparat. Dosierung: 1 Tablette pro Tag, auf 2 Portionen aufgeteilt und je mit Wasser etwas verdünnt ins Mäulchen spritzen.
  • Fenistil-Tropfen: bei starkem Juckreiz (z.b. aufgrund Parasitenbefalls) des Tieres. Dosierung: 1 Tropfen pro 1kg Körpergewicht, 3 mal täglich.
  • Canesten-Creme: diese wird oftmals zur Behandlung von Pilzbefall empfohlen, teilweise mit großem, teilweise mit mäßigem Erfolg. Wichtig: hier muss die betroffene Stelle zumindest 4mal am Tag eingecremt werden.
  • Lamisil Once: ebenso bei Pilzbefall. Ist frei in der Apotheke verkäuflich und dient eigentlich der Bekämpfung von Fußpilz bei Menschen. Zur einmaligen Anwendung, bzw. bei hartnäckigem Befall auch öfter.
  • Rescue-Tropfen: Notfallstropfen. Bei gestressten Tieren. Auf der kahlen Stelle hinter den Ohren jeweils eine kleine Menge verteilen.

Hier noch die Aufzählung einiger nützlichen Medikamente, die es allerdings nur beim Tierarzt gibt:

  • Schmerzmittel: Novalgin, Rimadyl oder Metacam. Dosierung in Absprache mit dem Tierarzt
  • Surolan Suspension: cortisonhaltige Lösung zum Einreiben auf der Haut bei Pilzbefall. Dies ist mehrmals täglich zu wiederholen und zwar für zumindest 2, besser 3 Wochen, auch wenn bereits auf der betroffenen Stelle wieder Härchen nachwachsen, ansonsten besteht die Gefahr eines Neubefalls.
  • Ivomec, Advocate® 40 für Katzen und Frettchen ad us. vet., Spot-on, Stronghold: Mittel gegen Milbenbefall. Dosierung nur in Absprache mit dem Tierarzt