Kokzidiose:

 

Allgemeines:

Kokzidiose ist eine Darmerkrankung der Meerschweinchen, die durch die sogenannten „Kokzidien“ ausgelöst wird. Kokzidien sind Parasiten, die im Inneren des Wirtes leben. Sie befallen die Darmschleimhäute, sodass die Meeris die Nahrung nicht mehr richtig verwerten können. Die Vermehrung der Kokzidien erfolgt im Wirt selbst, es entwickelt sich eine Oozyste (=befruchtetes Ei), die mittels Kot ausgeschieden wird. Diese kann sehr lange außerhalb eines Wirtes überleben. Von Kokzidiose sind vermehrt Jungtiere oder stark geschwächte Tiere betroffen.

 

Erkennungsmerkmale:

  • Durchfall (wässrig, kann sogar blutig sein)
  • Matschiger Kot
  • Blähungen
  • Appetitlosigkeit (das Tier frisst weniger)
  • Teilnahmslosigkeit
  • Das Meerschweinchen wirkt apathisch

 

Ursachen:

Die Übertragung erfolgt oral durch die Aufnahme der Oozysten über:

  • Kontaminiertes Gemüse (selbst bei Biogemüse, wobei das Waschen des Gemüses teilweise nicht ausreichend gegen den Befall helfen kann)
  • Kontaminiertes Grünfutter von Wiesen, zu denen vor allem Wildkaninchen Zugang haben
  • Kot von befallenen Meerschweinchen

Teilweise auch Einstreu oder verschmutztes Heu

 

Dazu kommen folgende Faktoren:

  • Keine ausreichende Versorgung mit hochwertigem Heu, sodass die Darmflora nicht stabil genug ist
  • Stressfaktoren (Vergesellschaftung eines neuen Tieres, Rangstreitigkeiten, neuer Besitzer, etc…..)
  • Geschwächtes Immunsystem (Krankheiten….)
  • Die Kokzidien können auch bei augenscheinlich gesunden Meerschweinchen vorhanden sein (Trägertier) und erst bei Schwächung der Immunabwehr ausbrechen. Daher wird nicht unberechtigt bei Neuzugängen dazu geraten, dass das Tier zuerst in Quarantäne gehalten und eine Kotuntersuchung auf Oozysten vorgenommen wird
  • Unzureichende Hygiene im Gehege

 

Maßnahmen:

Der erste Schritt ist die Untersuchung des Kots auf Oozysten. Dabei ist wichtig, dass Kotproben über mehrere Tage gesammelt werden (mindestens 3), da die Oozysten – insbesondere bei ansonsten noch gesunden Tieren – immer nur zwischenzeitlich ausgeschieden werden.

Früher wurden Kokzidien mit Sulfonamiden behandelt, da die Kokzidien zwischenzeitlich aber weitgehend resistent gegen diese sind, ist nunmehr der Wirkstoff „Toltrazuil“ das Mittel erster Wahl. Empfehlenswert ist Baycox 5%® ad us. vet., orale Suspension.

Dosierung:

Baycox 5%: 10 mg Toltrazuil pro 1 kg Körpergewicht, dh. 0,2 ml pro Kg Körpergewicht (Oral).

Baycox 2,5%: 10 mg Toltrazuil pro 1 kg Körpergewicht, dh. 0,4 ml pro Kg Körpergewicht mit gleicher Menge Wasser (Oral).
!!Wichtig!! Das 5 %ige Baycox ist dem 2,5 %igen vorzuziehen, da es speziell für die orale Gabe vorgesehen wurde.

Anwendung: 3 Tage Gabe – 3 Tage Pause – 3 Tage Gabe, nach Abschluss erneute Kotuntersuchung

Bei Befall mit Kokzidien ist es wichtig, alle Tiere einer Gruppe mit zu behandeln, auch solche, die noch keine Symptome zeigen, da sie sich bereits angesteckt haben könnten.

!!Wichtig!! Durch die geschädigte Darmflora kann es leider auch vermehrt zu Befall mit Hefen kommen – sollte es also nach der Verabreichung von Baycox weiterhin Probleme geben, immer den Kot auch auf Hefen untersuchen lassen.

Zusätzlich 2x täglich Bene Bac, ProPre-Bac etc. zum Aufbau der Darmflora.

 

!!Wichtig!! Hygiene spielt bei Kokzidiose eine große Rolle. Die Einstreu muss täglich ausgetauscht werden (alternativ kann man auch die Tiere auf Tüchern halten, die mehrmals täglich gewechselt werden sollten und die nach Benützung ausgekocht werden müssen), das Gehege und die Einrichtung gründlich mit kochendem Wasser und Essigessenz gereinigt werden (strenge Desinfektionsmittel sind nicht erforderlich), der Auslauf muss täglich gründlich gereinigt werden, das Heu sollte in Heuraufen und nicht vom Boden angeboten werden, eine Verschmutzung von Futter mit Kot sollte vermieden werden. Diese Hygienemaßnahme sollte bis 1 Woche nach der Behandlung weiter geführt werden. Danach erfolgt eine nochmalige Untersuchung des Kots.

 

Fütterung während Kokzidiosebefall:

Früher wurde empfohlen, die Tiere auf eine reine Heu-Wasser-Diät zu setzen. Inzwischen ist man von dieser Meinung jedoch abgekommen – auch Grünfutter kann verfüttert werden. Insbesondere empfehlen sich hier Karotten, die sowieso DAS Futter erster Wahl bei jeder Art von Darmproblemen darstellen und auch antiparasitär wirken, aber auch Fenchel. Von zu viel wasserreichem Gemüse (Gurken und co) ist in dieser Zeit abzusehen.