Navigation für Ernährungstipps:

  1. Die 3 Grundnahrungsmittel
  2. Zum Thema Heu
  3. Wasser
  4. Grünfutter
  5. Meerschweinchen und Vitamin C
  6. Zweige
  1. Fütterungsfrequenzen
  2. Kein kaltes oder nasses Grünfutter
  3. Das Gemüse immer ausreichend waschen
  4. Nochmals zum Thema "Calcium"
  5. Nicht zu viel wasserhaltiges Gemüse gemeinsam
  6. Neues nur per Hand füttern
  7. Nochmals zum Thema Nitrat
  8. Wie oft gibt es bestimmte Grünfutterarten?
  1. Trockenfutter
  2. Meerschweinchen und Leckerlies
  3. Meerschweinchen und Brot
  4. Meerschweinchen und Salzlecksteine

Allgemeines zur Ernährung:

 

1)   Die 3 Grundnahrungsmittel der Meerschweinchen sind:
Wasser, Heu und Saftfutter (Grünfutter)
 

2)  Zum Thema Heu: 


Meerschweinchen brauchen Heu! Es muss ihnen immer im ausreichenden Ausmaß zur Verfügung stehen und darf niemals ausgehen. Heu ist wichtig für den Zahnabrieb der Meerschweinchen (hintere Backenzähne), es enthält wichtige Rohfaserstoffe, die unerlässlich sind für das Funktionieren der Verdauung.
Alle Behauptungen, dass Heu verzichtbar ist, sind nicht fundiert, wie ihr HIER nachlesen könnt.
 

Näheres zu dem Thema aus bereits alten Zeiten findet Ihr auch hier:

Das Thema Heu zu Zeiten des Kitchen-Clans!
heu.pdf
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3)  Wasser:

Auch wenn manche Meerschweinchen wirklich wenig trinken, sollte Wasser täglich frisch und in ausreichendem Ausmaß zur Verfügung stehen. Dabei gibt es immer wieder Meinungsverschiedenheiten, ob nun das Trinken aus Wasserschalen am Boden oder aus Trinkflaschen, die erhöht aufgehängt sind, besser sei.


Die Befürworter der Wasserschalen am Boden argumentieren vor allem damit, dass die Meerschweinchen auch in der Natur nur aus Pfützen trinken und die Halsstellung beim Trinken aus den Trinkflaschen daher unnatürlich sei. Dem ist allerdings entgegen zu halten, dass die wilden Meerschweinchen sehr oft den Tau von den Blättern lecken, um ihren Wasserbedarf zu stillen und so die gleiche Kopfhaltung einnehmen.

Vorteil Trinkflasche: das Wasser bleibt sauber, es kann nicht umgeschüttet werden

Nachteil Trinkflasche: insbesondere die Trinkröhren sind rasch von Bakterien überflutet und man kann die Röhren selbst auch schwer reinigen (regelmäßiges Austauschen).

Vorteil Wassernapf: dieser kann immer gründlich gereinigt werden, die Meerschweinchen können auf einmal größere Schlucke nehmen.

Nachteil Wassernapf: er wird oft durch Einstreu, Futter etc verunreinigt und auch oftmals umgeworfen.


Ich würde daher sagen, Ihr wählt jene Form, die für Eure Meerschweinchen die geeignetere ist. Dies kann man ja dadurch feststellen, dass man anfangs beides (Napf und Trinkflasche) zur Verfügung stellt und einfach beobachtet, was besser ankommt.

 

4)  Grünfutter:

Grünfutter dient vor allem zur Abdeckung des Vitaminbedarfs und sollte ebenso täglich gegeben werden. Es gibt diesbezüglich die berühmte „8-10 % Regel“, wonach ein Meerschweinchen ca 8-10 % seines Körpergewichts an Grünfutter haben darf.

 

In letzter Zeit bestehen in verschiedenen Kreisen die Tendenzen, diese 10 % Regel nach oben zu überschreiten. Der Hintergrund ist die Angst vor Blasenschlamm und Blasensteinen, durch vermehrte Gabe von –wasserhältigem - Grünfutter sollen diese so verhindert werden. Allerdings reagieren die Meerschweinchen auf Grünfutter sehr verschieden, es gibt durchaus empfindliche Charaktere, die damit immer Probleme haben (Durchfall, Blähungen). Das richtige Ausmaß muss daher vom Halter selbst festgestellt werden.

 

Geeignetes Grünfutter:

Im Sommer reicht das stinknormale Wiesengras samt Wiesenkräutern (von Wiesen, die nicht gedüngt werden, wo es keine Hunde gibt und wo keine Autos vorbeikommen) aus, das hier das Hauptfutter darstellen kann. Dieses kann man z.B. für den Vitaminbedarf noch z.B. um Paprika (Vitamin C) ergänzen.


Löwenzahn ist ein absolutes Leckerlie,  ebenso Giersch, oder auch Sonnenblume zur Gänze, Maiskolben (sind aber auch Dickmacher) etc.


Im Winter stellt Gemüse die Alternative dar:
Zum Verfüttern geeignet sind z.B.: Gurken in vernünftigen Ausmaß, Karotten, Äpfel, Bananen, (nicht zuviel Obst, da es viel Fruchtzucker enthält und keine Birnen und Steinobst - Kirschen etc), Paprika (wichtige Vitamin C Quelle), Tomaten (nicht das Grün, das ist giftig), Salat (am besten geeignet: Radicchio oder Chicoree, aber auch Endiviensalat, etwas Eisbergsalat etc.), Fenchel, Zucchini, rote Rüben, Blattspinat (Vorsicht Oxalsäure nur mit Bedacht geben), Kohlrabi, Sellerie, ... ab und zu Kräuter wie Petersillie, Zitronenmelisse, Dille, Basilikum.... (hab sicher was vergessen.... )

NICHT geeignet: 

Birnen, Steinobst, Radieschen (außer das Grün), Zwiebel in allen Arten, grüne Bohnen oder Hülsenfrüchte, Bärlauch (giftig!!), Kohl wirkt bei vielen Meeris blähend, daher vorsichtig daran gewöhnen, Knoblauch...

5)  Meerschweinchen und Vitamin C:

Meerschweinchen können – so wie die Menschen – Vitamin C nicht selbst herstellen, sondern müssen es durch die Nahrung aufnehmen. Bitte lasst Euch aber nicht von dem manchmal fast hysterischen Kult mancher Halter anstecken, die andauernd mit Vitamintropfen und Ascorbinsäure hantieren. Bei abwechslungsreicher Ernährung mit ausreichend Grünfutter ist die Versorgung mit Vitamin C ausreichend!

 

          Zu Vitamin C siehe auch hier:

Gedanken zum Thema Vitamin C
Vitamin C.pdf
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6)  Zweige:


Ein wichtiger Bestandteil einer gesunden und artgerechten Haltung von Meerschweinchen ist es, sie ausreichend und regelmäßig mit Zweigen zu versorgen. Die Zweige sind mitsamt den Blättern ein richtiger Leckerbissen für Meerschweinchen und dienen noch dazu dem Zahnabrieb der vorderen Nagezähne.


Geeignete Zweige sind: 

Obstbaumzweige (außer die von Nuss, Kirschen und Pflaumen), Haselnuss-, Ahorn-, Pappel-, Weiden-, Birken-, Fichten- -und Tannenzweige (bitte nur ungespritzt, keine Christbäume)

Sonstige Fütterungstipps:

 
  1. Fütterungsfrequenzen:

Es gibt unterschiedliche Ansichten, wann und wie oft den Meerschweinchen Grünfutter zur Verfügung gestellt werden soll. Manche meinen, dass man morgens nur Heu und erst im Laufe des Tages Grünfutter geben soll, da dies für die Verdauung der Meerschweinchen zuträglich sei. Bislang habe ich keine schlechte Erfahrungen damit gemacht, gleich am Morgen Grünfutter zur Verfügung zu stellen, wobei natürlich wichtig ist, dass den Meerschweinchen auch über Nacht noch ausreichend Heu zur Verfügung steht (schläft man mal mit Meerschweinchen im Zimmer wird man herausfinden, dass die auch nachts mümmeln^^).


Weiter ist es für die empfindliche Meerschweinchenverdauung auch besser, wenn man mehrere kleinere Portionen über den Tag verteilt gibt und nicht z.B. eine große pro Tag. Ist man ganztägig berufstätig, so wird dieser Tipp für die Besitzer natürlich schwerer einzuhalten sein. Man kann aber auch als Berufstätiger das Grünfutter z.B. auf 3 Portionen aufteilen: Morgens, abends gleich nach dem Nachhausekommen und Spätabends vor dem Schlafen gehen.
 

Mein Fütterungsablauf:

  • Ganz in der Früh gleich nachdem ich aufgestanden bin: Heu
  • Bevor ich das Haus verlasse: erste Portion Grünfutter
  • Abends (wenn ich nach Hause komme): wieder frisches Heu und die nächste Portion Grünfutter
  • Als Betthupferl: letzte (kleine Portion) Grünfutter und wieder Heu

2. Kein kaltes oder nasses Grünfutter:

Gemüse
frisch aus dem Kühlschrank oder frisch gewaschen sollte den Meeris ebenfalls nicht gegeben werden. Ebenso sollte man Gras nach dem Sammeln erst trocknen lassen.

Es ist natürlich so, dass Meerschweinchen, die in Freilandhaltung leben, vielleicht morgens mal taufrisches Gras fressen, das kann man kaum verhindern. Hier geht es aber auch mehr darum, dass geerntetes und gesammeltes Gras schnell zu gären beginnt, wenn es feucht bleibt.


Es gibt übrigens Halter, die es so handhaben: Gemüse aus dem Kühlschrank – Gemüse 20 sec Mikrowelle – Gemüse verfüttern. Ich persönlich bin da eher skeptisch, da ich kein besonderer Fan von Mikrowelle bin..
 
   3. Das Gemüse immer ausreichend waschen:


Diesen Tipp kann ich Euch nur besonders ans Herz legen, teilweise kann man es auch mit einem Schwamm abreiben, bitte nicht darauf verzichten!
 
   4. Nochmals zum Thema Calcium:


Macht Euch nicht ganz verrückt mit dem Calciumgehalt im Grünfutter oder Heu – Ihr könnt einfach nicht jeden Tag einen genaues Kalzium-Phosphor-Verhältnis von 1,5 : 1 erreichen!! In Summe sollte man natürlich versuchen, sich an diese Vorgaben zu halten! Verfüttert doch einfach auch kalziumreiches Futter gemeinsam mit Futter, das über einen hohen Wassergehalt verfügt.
 
Als Beispiel: Fenchel und Gurke gemeinsam. Durch den erhöhten Wassergehalt und die vermehrte Ausscheidung kann es nicht so leicht zum Absetzen von Blasenkristallen in der Blase kommen!
 
Man sollte vielleicht auch nicht mehreres kalziumreiches Futter gemeinsam geben.
Wenn ich meine Meerschweinchen mal mit Petersilie oder Dill verwöhne, dann gibt’s an dem Tag sicher nicht noch zusätzlich Fenchel, oder Karottengrün oder...denn im Gegensatz zu widersprüchlichen Theorien kann man auch frische Kräuter nicht unbedenklich geben. Warum lest ihr HIER.
 
 5. Nicht zu viel wasserhaltiges Futter gemeinsam!


Gurken und Salat und Tomaten auf einmal ? Nein, lieber doch nicht, da alle 3 Gemüsearten sehr wasserreich sind und da die Meeris leicht Durchfall oder Blähungen bekommen können.
Besser: Gurken und Karotten, Salat und Fenchel……

 
 6. „Neues“ nur per Hand füttern:


Wenn ich mal etwas ausprobiere, das bis jetzt nicht am Speiseplan meiner Meerschweinchen stand, gebe ich es
in kleinen Mengen und nur per Hand. So kann es mir nicht passieren, dass ein Meeri zuviel von dem „neuen Zeugs“ erwischt und alle gleich daran gewöhnt werden.


 7. Nochmals zum Thema „Nitrat“:


Zur Wiederholung:
Es gibt ein paar einfache Tipps, die die Nitratbelastung reduzieren:

a)   Saisongemüse kaufen: beim Saisongemüse ist die Belastung geringer (so z.B. auch beim Endivien im Winter)
b)  Bei Salat immer äußere Blätter, Stiel- und Stengelanteile sowie dicke Blattnarben entfernen – in diesen ist die Nitratbelastung höher
c)   Biogemüse bevorzugen!
 
Ich persönlich gebe den Meerschweinchen im Winter ungeachtet anderer Meinungen täglich Salat – vermeide aber Kopfsalat, Rucola und Feldsalat. Mein Favorit ist der Radicchio.
 
  8. Wie oft gibt es bei uns bestimmte Grünfutterarten?

WINTER:

  • Gurken: täglich (ca. 2cm pro Meerinase)
  • Karotten: täglich (ca. ¼ Karotte pro Meerinase)
  • Tomaten: zwei bis dreimal wöchentlich (eine Cherrytomate pro Meerinase)
  • Paprika: 4 bis 5mal wöchentlich (ein Stückchen pro Meerinase)
  • Fenchel: ein bis 2 mal wöchentlich (einfach weil er so beruhigend für die Verdauung wirkt - aber Achtung: nicht zusätzlich stark calciumhaltiges Futter)
  • Salat: täglich, abwechselnd Radicchio, Endivie, Chicorée und Eisberg, 1 -2 Blätter pro Meerinase
  • Sellerie: einmal wöchentlich (1 Stück pro Meerinase)
  • Kohlrabi: einmal wöchentlich (ein kleines Stück pro Meerinase)
  • Chinakohl: ca. alle 14 Tage mal (1 Blatt für 2 Meeris)
  • Rote Rüben (rote Beete): sehr selten, höchstens einmal monatlich
  • Spinat: den lieben meine Meeris auch, leider ist er stark calciumhaltig, deswegen bekommen sie ihn höchstens alle 4 Wochen mal
  • Kräuter: einmal wöchentlich (entweder Dille oder Petersilie oder Basilikum oder Zitronenmelisse)
  • Obst: Apfel: eine Spalte pro Nase zwei bis drei Mal wöchentlich; Banane: alle 14 Tage ca 1 cm

 
SOMMER:

  • Frisches Wiesengrün
  • Frisches Wiesengrün
  • Frisches Wiesengrün
  • Ab und zu mal so leckere Maiskolben, das sind aber echte Kalorienbomben, außerdem sind sie stärkehaltig und daher nicht unbedingt in Mengen für die Meeriverdauung geeignet.
  • Paprika häufiger, ansonsten etwas Karotten und Gurken
  • Frisches Wiesengrün
  • Frisches Wiesengrün
  • Frisches Wiesengrün

Was Meerschweinchen nicht brauchen:

1) Trockenfutter:


Es stimmt: Gesunde Meerschweinchen in Innenhaltung brauchen kein Trockenfutter. Ja, ich weiß, aber in den Geschäften... und überhaupt.. sie fressen es so gerne.... Ich dachte genau so. Meerschweinchen kommen aus den Anden: da gibt es nicht sehr viel zu fressen, geschweige denn tolle Körnchen.

Trockenfutter hat folgende negative Auswirkungen:

-) es macht dick und führt zu Organverfettung
-) die verschieden Körnermischungen (die schönen bunten Körnermischungen) mit ihren künstlichen Farbstoffen können die Bildung von Blasensteinen fördern
-) das Wichtigste ist aber: durch das Trockenfutter wird der Magen gefüllt und die Meerschweinchen fressen viel zu wenig Heu. Und Heu ist lebensnotwendig für Meerschweinchen hinsichtlich Verdauung und Zahnabrieb !

Wenn Ihr gar nicht darauf verzichten wollt, dann bitte nur HÖCHSTENS 1 EL pro Tier und Tag. Und bitte greift zu Pellets (die gibt es inzwischen schon überall). Pellets schauen alle gleich aus, die Meeris können sich nicht besondere Leckereien herauspicken und den Rest (den gesünderen Teil) stehen lassen.
Ach - und keine Sorge, dass Meerschweinchen ohne Trockenfutter nicht zunehmen. Ich füttere gar kein Trockenfutter mehr und mein größter "Bomber" hat 1400 Gramm !!

Anderes gilt für Meerschweinchen in ganzjähriger Außenhaltung. Hier ist die Fütterung von qualitativem Trockenfutter in den Wintermonaten durchwegs sinnvoll!

 

Falls Ihr schon öfter gehört habt, dass auch für Innenhaltungsmeeris Trockenfutter geeignet ist, da es diesen an Vitamin D mangelt, was in Trofu enthalten habt, könnt Ihr HIER Genaueres nachlesen.


2) Meerschweinchen und Leckerlies:


die Futterindustrie ist nicht blöd und hat gemerkt, dass mit den Nagern viel Geld zu verdienen ist. Also gibt es Joghurt - Drops, Nagestangen, Grünrollies....was weiß ich alles. Die schmecken lecker, zuviel ist aber einfach nicht gesund.

Absolut tabu für Meerschweinchen sind Joghurtdrops: in der Natur würden sie das auch nie fressen. Snacks mit viel Luzerneanteil führen - wenn man zuviel davon gibt - zur Bildung von Blasensteinen. Knabberstangen mit Honig, Nüssen sind zwar lecker, machen aber dick.

Es ist so wie bei den Menschen mit Süßigkeiten und Chips: ab und zu bringt niemanden um, aber in Massen ist es gesundheitsschädigend.

Es gibt ja gottseidank auch die gesunden Snacks als Belohnung: z.B. ein Stückchen Gurke extra oder ein Stückchen Karotte oder....

3) Meerschweinchen und trockenes Brot:


Trockenes Brot soll man angeblich geben, damit die Meerschweinchen sich die Zähne abwetzen. Da gibt es aber bessere und gesündere Methoden: Für den Zahnabrieb sorgen Heu und Äste. Das Brot macht nur dick, daher auch vorsichtig geben. 


4) Meerschweinchen und Salzlecksteine:


brauchen sie nicht. Ja, das wusste ich auch lange nicht. Ich meine, Salzlecksteine sind nicht schädlich, solange sie nicht regelrecht "aufgefressen" werden, dann können sie wieder zu Blasensteinen führen. Aber spart Euch das Geld lieber und kauft eine Gurke.